Als das traurige Lied der Orgel erklang

 

Von dieser Welt endgültig verschwunden,
Endlich erlöst von all meinen Wunden,
Schaute ich von oben auf euch herab,
Sah dich und alles andre, das dich umgab.
Schluchzend fielst du an ihre Schulter,
Tatest so, als wärs für dich Folter,
Mich ein letztes Mal zu verabschieden,
Zusammen mit meinen anderen Lieben.
Vielleicht schmerzte es ein wenig in dir,
Doch dein Schmerz war kleiner als die Gier.
Es war nicht ich gewesen, was dein Leben ausmachte,
Das ist auch der Grund, warum ich mich umbrachte.

In der Kirche lag ich jetzt gekleidet ganz in weiß,
Die Pistole in der Hand als erdrückenden Beweis,
Für die Tat, von der ich immer noch alles weiß.

Eine einzelne Rose legtest du neben mich,
Sagtest ganz leise „Ich liebe dich“,
Als das traurige Lied der Orgel erklang,
Dachtest du, damit wäre alles getan.
Sogar Tränen sah man in deinem Gesicht-
Also geweint hattest du damals um mich.
Doch Trauer besteht nicht nur daraus, zu weinen,
Sondern trauern bedeutet, für immer zu leiden.

So sollst du bis in die Ewigkeit Leid ertragen,
Wie ich es für dich getan hab, ohne zu klagen.
Innerlich bin ich ausgelaugt worden,
Nirgendwo fühlte ich mich geborgen,
Außer wenn du in meiner Nähe warst
Und mich in deine starken Arme nahmst.
Doch viel zu spät habe ich gemerkt,
Meine Person war dir gar nichts wert.
Dir ging es allein um das, was ich hatte,
Geld war das, was dich glücklich machte.
Das war es, was mich in das dunkle Loch stieß
Und mich auch niemals wieder herauskommen ließ.

Ich bin durch das Meer der Verzweiflung geschwommen,
Habe den Berg der Erlösung mit meinem Tod erklommen,
Nur um vor dem stechenden Schmerz ins Jenseits zu entkommen.

Eine einzelne Rose legtest du neben mich,
Sagtest ganz leise „Ich liebe dich“,
Als das traurige Lied der Orgel erklang,
Dachtest du, damit wäre alles getan.
Sogar Tränen sah man in deinem Gesicht-
Also geweint hattest du damals um mich.
Doch Trauer besteht nicht nur daraus, zu weinen,
Sondern trauern bedeutet, für immer zu leiden.

Jede Nacht sollst du wach liegen,
und dich fragen,
wie es ist, jemanden zu lieben.
Nie sollst du dieses Gefühl kennenlernen,
und nie wieder
sollst du von jemandem geliebt werden.
Ich will dich vom Himmel aus leiden sehen,
viel schlimmer
Als mir soll es dir in Zukunft ergehen.
Ich will, dass du auf die Knie fällst,
Und unter verzweifelten Tränen brüllst,
Dass du jedes, mir vorgelogene Wort,
Aus tiefstem Herzen wirklich bereust.
Dieser Tag wird schon noch kommen,
Ich meinte es ernst, das kannst du mir glauben.

Eine einzelne Rose legtest du neben mich,
Sagtest ganz leise „Ich liebe dich“,
Als das traurige Lied der Orgel erklang,
Dachtest du, damit wäre alles getan.
Sogar Tränen sah man in deinem Gesicht-
Also geweint hattest du damals um mich.
Doch Trauer besteht nicht nur daraus, zu weinen,
Sondern trauern bedeutet, für immer zu leiden.

Entstanden: August '06

 

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